Tipps und Tricks zum Umgang mit großen Online-Konsensierungen

Mit unserem neuen Beteiligungsprozess CoCreActive verbinden wir eine kooperative Haltung in Präsenzveranstaltungen mit einer Online-Konsensierung.

Wir haben im November 2017 mit einem Beteiligungsprozess zum Thema Bildung + Digitalisierung gestartet. Dabei nutzen wir zum ersten Mal im größeren Stil das Konsensierungs-Tool der TechGenossen unter http://gruppenentscheidung.de 

Am 18. Dezember 2017 hatten wir 24 Teilnehmer in der Online-Konsensierung, mit 33 Vorschlägen. Wir haben diese Konsensierung in einem Modus gestartet, bei dem sich Vorschlags- und Abstimmungsphase überlappen, um ein Stimmungsbild wie bei einer systemischen Konsensierung im Präsenz-Format zu erreichen.

Wir haben an unserer Reaktion und der der Teilnehmer festgestellt, dass diese Variante und die Menge an Vorschlägen ein wenig Erklärung und Hilfestellung benötigt. Darum geht es hier.

Tipps zum Tool zur Online-Konsensierung

Zur Beachtung: Diese Tipps beziehen sich auf das Tool vom Stand Dezember 2017. Die TechGenossen sind recht fix im Verbessern des Tools, also kann es sein dass einige Punkte zu einem späteren Zeitpunkt anders aussehen werden. Wir passen diesen Blog-Eintrag so gut es geht an den aktuellen Stand an.

Wie komme ich zum Stimmungsbild einer Konsensierung?

Wenn man eine Konsensierung öffnet (entweder direkt mit https://gruppenentscheidung.de/qestions/30, oder aus der Startseite https://gruppenentscheidung.de durch Anklicken von „alle Konsensierungen“ ganz oben, und dann des Titels bzw. „Vorschläge sammeln“), sieht man die Vorschläge nach dem eigenen Widerstand sortiert. Durch Anklicken der beiden blauen Pfeile wechselt die Anzeige zwischen „Dein Widerstand“ und „Gesamter“ Widerstand.

Das Stimmungsbild ist ein aktueller Zwischenstand. Die Konsensierung für CoCreActive Bildung+Digitalisierung läuft ja noch bis zum 2.2., und bis zum 21.1. sind noch neue Vorschläge möglich. Am 19. 1. gibt es einen Workshop zur Kreativen Kommunikation, bei dem wir uns anhören, warum Teilnehmer einen hohen Widerstand bei einem Vorschlag haben und wie der Vorschlag geändert werden kann, damit sie weniger Widerstand haben.

Das Tool zeigt den gesamten Widerstand momentan nach der Formel „Summe Widerstand geteilt durch Anzahl Bewertungen“ an. Damit liegen auch die Vorschläge vorne, die bisher wenige aber positive Bewertungen haben. Die Anzahl der Bewertungen sieht man an der Zahl vor dem Mensch-Symbol – Beim Beispiel Augenhöhe macht Schule oben sind es 12 von 24, beim Vorschlag drunter erst zwei.

Damit wir ein gutes Stimmungsbild bekommen, bitten wir alle Teilnehmer,  alle Vorschläge vor der Kreativen Phase zu bewerten.

 

Wie finde ich Vorschläge die ich noch nicht bewertet habe?

Neue Vorschläge, die man selbst noch nicht bewertet hat, stehen in der Ansicht „Dein Widerstand“ oben. Durch Anklicken des Fragezeichens kann die Bewertung geändert werden.

 

Tipps zum Umgang mit vielen Vorschlägen

Wer liest schon 34 Vorschläge? Motivierte Menschen, die neugierig sind, welche Vorschläge es zu einem Thema gibt, das sie interessiert, schon.

Übersicht

Bei 34 Vorschlägen geht schon mal die Übersicht verloren.

Uns im Kernteam von CoCreActive hilft, nach Gemeinsamkeiten bei den Vorschlägen zu suchen und so ein wenig Struktur zu bekommen. Zum Beispiel haben Thomas und Jürgen die Vorschläge bei CoCreActive Bildung+Digitalisierung für sich so ge-clustert:

  1. Konferenzen, Barcamps, Ecucamps
  2. Von anderen Bildungseinrichtungen Lernen, Lernen von den Schülern, Learning City
  3. Experimentieren und Lernen
  4. Fokus auf Bildung
  5. Fokus auf Digitalisierung

Fragen zu Vorschlägen

Momentan können zu den Vorschlägen im Konsensierungs-Tool keine Fragen oder Kommentare hinterlassen werden. Peter Madlener, ein Teilnehmer der Konsensierung, hat freundlicherweise einen Slack Channel eingerichtet, den wir für einen Chat über die Vorschläge nutzen können. Danke Peter!

Bewertung

Die Bewertung ist im Konsensierungs-Tool auf zwei Arten möglich:  Entweder alle auf einmal bewerten oder gezielt für einzelne Vorschläge.

Der Bewertungsdurchlauf für alle (neuen) Vorschläge startet beim Anklicken des grünen „über alle offenen Vorschläge abstimmen“ Kopfs, siehe oben. Jeder neue Vorschlag wird einzeln angezeigt:

 

 

Das Feintuning oder eine Meinungsänderung ist später immer noch möglich, indem die einzelnen Bewertungen angeklickt werden.

Tipps zur Erstellung von Vorschlägen

Wie kann man gute Vorschläge formulieren? Da möchten wir zwei Erfahrungen weitergeben:

  1. Erzähl Deiner NachbarnIn, PartnerIn oder einer anderen Person von Deinem Vorschlag, bevor Du ihn eintippst. Am besten jemand, der nicht in Deiner Initiative ist, und gleich über Fachbegriffe stolpert die sie/er nicht kennt, oder Zusammenhänge nicht versteht, die für Dich selbstverständlich sind. Hör Dir an, was angekommen ist. Es geht uns darum, was verstanden wurde, nicht ob Du Zustimmung oder Ablehnung erhältst.
    Kommunikation entsteht ja beim Empfänger und wenn schon ein paar Menschen den Vorschlag verstanden haben, werden ihn noch mehr verstehen.
    Deine Idee ist für uns wertvoll! Mit einer verständlichen Formulierung erreicht sie mehr Teilnehmer.
  2. Wenn der Vorschlag nur das „wie“ enthält z. B. „alle Handys an Schulen verbieten“), und wenig über das „wozu“ (z.B. „Mobbing vermeiden, mehr Aufmerksamkeit für die Mitschüler statt Facebook)“, kann er schnell zur Ablehnung oder zu Missverständnissen führen.

Herzliche Grüße vom CoCreActive-Team

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Über Jürgen Olbricht

Jürgen Olbricht – kreativer Entwickler, Moderator und Projektbegleiter. Entwickler: 25 Jahre Software- und Produktentwicklung, jetzt mehr Team-Entwicklung und Selbst-Entwicklung. Moderator und Projektbegleiter: Erfahrung mit wertschätzender Kommunikation, Achtsamkeit mit mir selbst und mit anderen, Moderator für soziokratische Gesprächsführung, Fan von Führen aus der Zukunft (Theorie U), gemeinsam entscheiden und Vorschläge entwickeln, Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Schon immer kreativ: Musik, Fotografie, und vor allem: neue Zusammenhänge entdecken, neue Ideen entwickeln, neue Wege gehen.