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Delegation und Buddy-Groups in der Soziokratie

Die Soziokratie ist eine Organisations- und eine Entscheidungsmethode. Die Entscheidungsmethode Konsent funktioniert prima für Gruppen von 5-20 Menschen.

Wie kann man größere Gruppen in gemeinsame Entscheidungen einbinden?
Durch Kreisstrukturen (Hierarchien) mit doppelter Verknüpfung.

In klassischen Hierarchien fließt Information (und Anweisungen) meist von oben nach unten. Feedback von unten nach oben ist oft nicht geregelt und von den Aktivitäten des Vorgesetzten abhängig.

Delegation und doppelte Verknüpfung

Die Sdoppelte verknüpfungoziokratie löst das durch die doppelte Verknüpfung: Der Leiter / die Leiterin des (eines grauen) Kreises wird von oberen / inneren Kreis gewählt und sorgt dafür, dass Aufträge von oben (gelber Kreis) ausgeführt werden. Die oder der Delegierte wird vom unteren (grauen) Kreis gewählt und achtet darauf, dass der Kreis das auch tatsächlich ausführen kann, sitzt mit der Leitung im oberen (gelben) Kreis und kann ihre Sichtweisen und Einwände einbringen. Der/ die Delegierte sorgt auch dafür, dass Meldungen bei der Ausführung wieder zurück in den oberen Kreis kommen.

Die verknüpften Kreise sorgen auch dafür, dass alle Teilnehmer bei der Beschlussfassung gleichwertig sind. Denn obwohl Teilnehmer der unteren (grauen) Kreise an einer Entscheidung des oberen / inneren (gelb) nicht direkt beteiligt sind, haben sie neben der Kontroll-Funktion der Delegierten noch die Möglichkeit, zurückzumelden, dass die Entscheidung so nicht umgesetzt werden kann. Sie können also ihr Feedback und ihre schwerwiegenden Einwände noch einbringen. So können sie Entscheidungen die nicht alle relevanten Aspekte berücksichtigen, von „unten“ nachsteuern.

 

Buddy Groups

Wenn Ihre Organisation eine soziokratische Struktur hat, herzlichen Glückwunsch, dann können Sie das direkt anwenden. Und wenn nicht? Wie kann die Idee der Delegierten geübt und in einfachen Szenarien für Feedback und Nachsteuerung genutzt werden?
Dazu hat Barbara Strauch vom Soziokratie-Zentrum Österreich die Idee der Buddy-Groups entwickelt. Ich habe das in Soziokratie-Trainings erlebt, und war überrascht, wie schnell man vom Teilnehmer zum Mit-Gestalter werden kann.

Buddies sind Kumpel. Die einfache Idee ist, dass wir in Gruppen von 10-20 Personen trotz expliziter Erlaubnis im Allgemeinen dünn und gefiltert  Feedback geben. Das ist in kleinen vertrauten Runden, eben unter Buddies ganz anders: Hier wird direkt geredet wie einem der Schnabel gewachsen ist, Dampf abgelassen, oder Klartext gesprochen.

 

Diesen Buddy-Gruppen wählen eine/n Delegierte/n, der/die das Feedback der Kleingruppe in  zu den Seminar-Leitern bringt.  Die Delegierten saßen also mit den LeiterInnen in einem oberen (inneren) Kreis, und haben das Feedback meist etwas angepasst weitergebeben – idealerweise die emotionalen Äußerungen schon gewaltfreier (also ohne Vorwürfe und pauschale Verurteilungen, stattdessen in Beobachtungen, daraus folgenden Gefühlen wie Frust oder Unsicherheit und den zugrundeliegenden Bedürfnissen) formuliert.
Das Erlebnis der Kursleitung war, dass das Feedback „runder“ ankommt und besser aufgreifbarer ist. Für die Delegierten war es interessant die Ansichten der anderen Delegierten und der Leitung zu erfahren.

Am nächsten Morgen habe die Delegierten dann in ihrer Kleingruppe berichtet was sie in der inneren Runde erfahren haben – sowohl von den anderen Delegierten als auch von den LeiterInnen. So waren alle immer eingebunden und hatten eine Übersicht über das Feedback und die Reaktion.

Das Feedback bezog sich teilweise auf den gelernten Stoff und teilweise auf Randbedingungen wie Zeiten und Pausen einhalten, oder mehr Transparenz über Ziele von Übungen.

 

Wir konnten am zweiten und dritten Tag dann alle merken, dass dieses Feedback zur Struktur umgesetzt wurde. Wir haben dann uns gegenseitig angeschaut und uns zugenickt: Siehst Du, jetzt tun sie das worum wir sie gebeten haben! So haben wir erlebt, dass wir als Teilnehmer des Kurses einen Teil dazu beigetragen haben, den Kurs zu verbessern und im Sinne der Soziokratie „nachgesteuert“ haben – wir konnten die Entscheidungen die die Kursleiter für die Ausführung des Seminars getroffen haben, in einigen Punkten korrigieren.
Wir hatten zwar nie eine direkte Beteiligung an der Entscheidung, wie der Kurs ablaufen soll, aber wir konnten das Ergebnis korrigieren. So kann eine Struktur mit Kreisen und Delegierten dazu beitragen, dass Entscheidungen die andere betreffen und für die es bessere Lösungsvorschläge gibt, nachgesteuert und verbessert werden können.

 

 

Servus und Herzlich Willkommen auf entscheiden-muenchen.de

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Auf entscheiden-muenchen.de finden Sie Informationen zu Events, Hintergründe, Aktivtäten zu Soziokratie und Systemischem Konsensieren in München.

Das sind demokratische und partizipiative Entscheidungsmethoden, die uns ein zukunftsfähiges Zusammenarbeiten in einer Wir-Kultur ermöglichen.

Gemeinsam entscheiden mit Soziokratie und Systemisches Konsensieren

Bei der soziokratischen Konsent-Moderation und dem Systemischen Konsensieren wird bei Entscheidungen über schwerwiegende Einwände bzw. Widerstand festgestellt, wie sehr ein Vorschlag im Sinne eines gemeinsames Ziels für alle tragbar sind. Das ermöglicht der Gruppe gemeinsam noch bessere Vorschläge zu finden.

Soziokratie ist zusätzlich noch eine Organisationsmethode.

Trotz der sperrigen Namen sind beide Verfahren leicht erlernbar, regen die Kreativität an, schaffen Vertrauen und wirken konfliktlösend. Sie nutzen das Wissen und die Erfahrung vieler oder aller Beteiligten und sind effektiv.

Soziokratie und Systemisches Konsensieren sind in der Wirtschaft, in der Verwaltung oder im Verein oder in Initiativen anwendbar. Die Voraussetzung ist dass eine Gruppe ein gemeinsames Ziel  hat und die Entscheidung gemeinsam treffen oder vorbereiten kann.

Weitere Methoden für kreatives gemeinsames Entscheiden werden hier ebenfalls erwähnt werden.

Inhalt von entscheiden-muenchen.de

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  • was in und um München zum Thema Entscheiden passiert,
  • welche Veranstaltungen es gibt,
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Ich wünsche allen viel Spaß beim Stöbern und freue mich auf Rückmeldungen!

Jürgen Olbricht