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Beteiligungsprozess CoCreActive zu Bildung+Digitalisierung: Ergebnis

Das uns das passiert … da machen wir drei Monate lang einen Beteiligungsprozess, und dann vergessen wir zu berichten was rausgekommen ist. Das Ergebnis geht ja nicht nur die Anwesenden der Abschlußveranstaltung am 2.2. in der Stadtbibliothek am Hasenbergl etwas an, sondern alle Teilnehmer und alle Interessierten. Also kommt hier mit etwas Verspätung das Ergebnis.Welches Ergebnis?

Zum einen das Ergebnis der Konsensierung zum Thema:

Was wollen wir mit Blick auf 2018 gemeinsam anschieben, damit Bildung und Digitalisierung in München in eine gute Richtung gehen?

Im November 2017 haben wir Menschen denen Bildung am Herzen liegt eingeladen, mit uns online und offline zu kreativen Vorschlägen zu kommen.

.. und zum anderen, wie es uns bei CoCreActive Beteiligungsprozess Bildung + Digitalisierung ergangen ist.

Zur Illustration ein paar Info-Grafiken:

Anzahl Teilnehmer der Konsensierung

Wir sind mit 15 Teilnehmern bei der ersten Veranstaltung, dem Kick-Off, gestartet. Bis zum Abschluss haben 31 Personen an der Online-Konsensierung teilgenommen haben.

Die Multiplikation durch Kick-Off Veranstaltung, Mund-zu-Mund Propaganda und emails hat also funktioniert.

CoCreActive Anzahl Teilnehmer

Wann kamen welche Vorschläge dazu?

Aus 10 Vorschlägen bei der ersten Präsenz-Offline-Veranstaltung (Kickoff) wurden schließlich 43.

Dabei zählt die sogenannte Passivlösung („Uns ist egal was mit Bildung+Digitalisierung in München passiert“) mit. Bei der Präsenz-Kick-Off Veranstaltung wurden durch die Diskussion     9 Vorschläge gefunden und ins Tool eingetragen.
In der Online-EMail-Multiplikations-Phase kamen 29 Vorschläge hinzu.
Durch den Präsenz-Kreativ-Workshop sind noch mal 5 weitere Vorschläge entstanden.

Insgesamt kamen wir auf 43 Vorschläge.

CoCreActive B+d Wann kamen welche Vorschläge

 

Akzeptanz der Vorschläge

CoCreActive B+D Info-Grafik Akzeptanz der Vorschläge

Die Grafik sollte eigentlich alles aussagen.

 

Und was sind nun die Ergebnisse?

Hier sind die vier Vorschläge mit der höchsten Akzeptanz.
Die Akzeptanz errechnet sich aus dem Gesamtwiderstand aus der Online-Konsensierung, die am 2.2. endete.
Warum vier? Weil es einen deutlichen Abstand zwischen den Vorschlägen auf Platz 4 und 5 gab.

 

Platz

Vorschläge Gesamter Widerstand
1 München wird Learning City „Plus“: München folgt dem UNESCO Konzept der Learning City (lebenslanges Lernen Aller) und setzt es um http://uil.unesco.org/lifelong-learning/learning-cities). Das „Plus“ dabei ist, dass dieses Ziel in Partnerschaft zwischen Bürgern, Stadtrat, Verwaltung und allen relevanten Beteiligten auf Augenhöhe erzielt wird. Hierdurch entsteht eine partizipative, organisch lernende und sich fort entwickelnde Stadt. Neue Technologien, Online Plattformen etc. werden unterstützend eingesetzt. Als erster konkreter Schritt wird bei den zielführenden Versammlungen – z.B. den Veranstaltungen von CoCreActive und anderen Organisationen – die für eine solche Partnerschaft erforderliche Grundhaltung angewandt und eingeübt, nämlich: Die Stadt ist ein Organismus, der in seiner Innen- und Aussenaktion ständigem Wandel unterliegt. Zur Steuerung werden so viele Stimmen und Perspektive wie möglich involviert. Dies stellt einen weiteren Aspekt der selbst-lernenden Stadt dar. 0.9
2 Mit Impuls + Experiment + Vernetzungstreffen konkrete Aktionen für 2018 anschieben: 1. Impuls: Film & Dialog zum Film AUGENHÖHE macht Schule (siehe https://www.startnext.com/augenhoehe-macht-schule-film-dialog – Was braucht es, damit unsere Kinder selbstbestimmt und eigenverantwortlich lernen, sowie ihre Potentiale entfalten können? Der Film AUGENHÖHEmachtSchule soll Pioniere zeigen, die neue Wege beschreiten). Der Film ermöglicht einen leichten Einstieg in die gezeigten Verhaltensweisen, und der Dialog führt zu ersten Aktivitäten. 2. Experiment: Beim Film & Dialog auch „working out loud“ als einfach nutzbare Methode zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe erklären + zur Teilname einladen + 12 Wochen lang begleiten (https://www.zweiteilen.de/mach-deine-arbeit-sichtbar-working-out-loud/?gclid=Cj0KCQiAkZHTBRCBARIsAMbXLhEad7VAT4fyjLo2cEmj-_lrqlUxSbQl87GfO0E3gf_GVf55Yt257WYaAoN8EALw_wcB) – „working out loud“ hilft relevante Beziehungen aufzubauen, um Ziele (z.B Bildung) zu erreichen oder neue Themen (z.B Digitalisierung) zu entdecken. Wir laden Lehrende und Lernende zu „working out loud“ circles ein und begleiten sie. 3. Barcamp nach 12 Wochen: Reflektion der Erkenntnisse der Working out loud Kreise, selbst-organisierte Sessions zu Themen rund um Bildung & Digitalisierung, die die Teilnehmer selbst gestalten, Aufforderung, mögliche Aktionen “laut” darzustellen und Mitwirkende zu suchen. (Barcamp: https://de.wikipedia.org/wiki/Barcamp, ähnlich und besser beschrieben: Open Space https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space , konkret bei Regeln) 1.0
3 Working Out Loud, für die selbstorganisierte, kollaborative, digitale, vernetzte und lernende Stadt. Working Out Loud als einfache Methode, um relevante Beziehungen aufzubauen, die dabei helfen, ein Ziel (z.B Bildung) zu erreichen oder neue Themen (z.B digitales) zu entdecken. Working Out Loud ist, vereinfach ausgedrückt, eine Reihe praktischer Techniken und Arbeitswerkzeuge, um Beziehungen aufzubauen. Für viele WOL-Anhänger ist es jedoch sehr viel mehr als das. Working Out Loud ist eine Lebenseinstellung. Es geht darum, mithilfe von Geschichten, Praktiken und Übungen, Beziehungen zu vertiefen und eigene Verhaltensweisen zu ändern – offener, freigiebiger und vernetzter zu arbeiten/werden. Bezogen auf einzelne Personen, aber auch auf ganze Organisationen. Weiterführende Links: Mach deine Arbeit sichtbar https://www.zweiteilen.de/mach-deine-arbeit-sichtbar-working-out-loud/?gclid=Cj0KCQiAkZHTBRCBARIsAMbXLhEad7VAT4fyjLo2cEmj-_lrqlUxSbQl87GfO0E3gf_GVf55Yt257WYaAoN8EALw_wcB Working Out Loud in deutschen Konzernen: https://www.linkedin.com/pulse/working-out-loud-deutschen-konzernen-geht-es-jetzt-los-sabine-kluge/ Blog der Corporate Learning Community mit Beträgen und Videos zu WOL https://colearn.de/ Wiki mit Links zu den Cycle Guides (deutsch u. englisch) https://wiki.cogneon.de/Working_Out_Loud 1.1
4 Vertreter von besonderen Schulformen aus verschiedenen Ländern werden nach München eingeladen, um Vorträge und Workshops zu halten, wie diese Schulen funktionieren. Zuhörer sind Politiker, Eltern, Kinder und Lehrer. 1.1

 

Wie geht es nun weiter?

Auf der Abschlussveranstaltung haben wir dazu Ideen gesammelt. Den Vorschlag auf Platz 2 werden wir auf jeden Fall im CoCreActive Team weiterverfolgen.

Wir und die TechGenossen sind ja auch bei AUGENHÖHE macht Schule aktiv und haben beim CrowdFunding mitgemacht. Ende September gibt es den AUGENHÖHE macht Schule Film zu sehen. Da wollen wir eine Veranstaltung mit/gestalten, und unseren Vorschlag vorstellen.

Die Top 3 Vorschläge stellen wir auf dem MucGov18 Barcamp der Stadt im Mai vor. Damit wollen wir CoCreActive einem städtischen Publikum vorstellen und uns noch mal Ideen,  Anregungen und – hoffentlich – Unterstützer für die Vorschläge holen.  Digital>>School ist auch dabei. Das Thema passt also schonmal.

 

Was haben wir gelernt?

Uns hat es Spaß gemacht. Es hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. An unserem Prozess und dem Tool dürfen wir noch einige Verbesserungen vornehmen. Vor allem werden wir unsere Teilnehmer in den Workshops früher und direkter involvieren. Und den Durchlauf nicht mehr auf über das Jahresende legen, die knapp 3 Monate waren einfach zu lang.

Besonders gelungen fanden wir den Kreativ-Workshop:

Bei unserer Kreativ-Veranstaltung konnten alle Teilnehmenden einen Vorschlag auswählen, um ihn weiter zu entwickeln. Sie stellten dabei zwei Fragen an die Runde: “Welche Bedürfnisse sind bei diesem Vorschlag nicht erfüllt?”, “Wie könnten wir diesen Vorschlag ändern, so dass es weniger Widerstand erhält?” Anschließend erhielten sie reihum das Feedback aller Anwesenden. Alle Teilnehmer äußerten sich schließlich dahingehend, dass sie so viele Anregungen und Ideen erhalten hätten, wie sie ihren Vorschlag so weiterentwickeln können, dass ihr Anliegen erhalten bleibt und die Einwände und Bedürfnisse der anderen integriert werden. Für uns war dies ein bewegender Moment.

Und ein zweites Fazit: Der Prozess funktioniert auch insofern, dass Vorschläge inspirieren:

Der Vorschlag an zweiter Stelle, der 90% Akzeptanz erreicht hat, ist aus dem CoCreActive Prozess entstanden, denn er ist eine Verbindung von drei Einzelvorschlägen, die jeweils eine gute Energie hatten, bei denen mir allerdings eine Konsequenz gefehlt hat: AUGENHÖHE Film & Dialog Veranstaltung + Working Out Loud Circle aufsetzen + Barcamp zu Bildung+Digitalisierung zur Diskussion des Gesehenen/Erlebten.

Wie ging es den Teilnehmern? Über weiteres Feedback, das gerne auch positive Elemente enthalten darf, freuen wir uns.

Herzliche Grüße vom CoCreActive Team

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Über Jürgen Olbricht

Jürgen Olbricht – kreativer Entwickler, Moderator und Projektbegleiter. Entwickler: 25 Jahre Software- und Produktentwicklung, jetzt mehr Team-Entwicklung und Selbst-Entwicklung. Moderator und Projektbegleiter: Erfahrung mit wertschätzender Kommunikation, Achtsamkeit mit mir selbst und mit anderen, Moderator für soziokratische Gesprächsführung, Fan von Führen aus der Zukunft (Theorie U), gemeinsam entscheiden und Vorschläge entwickeln, Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Schon immer kreativ: Musik, Fotografie, und vor allem: neue Zusammenhänge entdecken, neue Ideen entwickeln, neue Wege gehen.

Ein Gedanke zu „Beteiligungsprozess CoCreActive zu Bildung+Digitalisierung: Ergebnis

  1. Joachim

    Wow, viele gute und interessante Ideen, lieber Jürgen plus CoCreativTeam. In KA planen wir ebenfalls AH macht Schule Filmpremiere. Außerdem bin ich zusammen mit Kollegen aus München und Salzburg dabei, einen Verein zu gründen (Mehr eigen-aktiv und selbst-bestimmte Arbeit ermöglichen) lass uns doch bald mal telefonieren. LG Joachim

    Antworten

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